Barockschloss Rammenau

Eine der schönsten Landbarockanlagen von Sachsen

Geschichte, Kontaktdaten, Öffnungszeiten

Noch heute, wie schon in längst vergangenen Zeiten, werden die Gäste der Schlossanlage von einer Kammerzofe oder einem Kammerdiener begrüßt und durch die historische Anlage geleitet. Gern erzählen sie dabei Historisches und Anekdoten aus der wechselvollen Geschichte des Schlosses und dessen einstiger Besitzer.

Geschichte, Kultur, Restaurant & Veranstaltungsort

Der besondere Reiz dieser einstigen Sommerresidenz liegt nicht nur im harmonischen Miteinander barocker Architektur und klassizistischer Ausschmückung. Es erwarten Sie illusionistische Wandmalereien, stilvolle Salons, kostbare Porzellane, Zeitzeugen zur Schloss- und Baugeschichte und Interessantes zu dem Philosophen Johann Gottlieb Fichte, der im Ort geboren wurde.

Immer im Einklang mit dem historischen Ambiente, präsentiert sich das Barockschloss Rammenau seinen Besuchern mit 300 Jahren Schloss- und Baugeschichte, Kultur und kulinarischen Köstlichkeiten. Es treffen Geschichte, Kultur und Ess-Kultur zusammen und bieten dem Besucher ein einmaliges Gesamt-Erlebnis in der schönsten Landbarockanlage Sachsens.

Es war einmal ein Traum…

geträumt anno 1720 von Ernst Ferdinand von Knoch, Kammerherr von August dem Starken. Er kaufte das 1597 erstmals erwähnte Rittergut Rammenau von der Adelsfamilie von Seydewitz, um das Grundstück mit einem barocken Schloss neu zu bebauen. Auch ein mondäner Garten in barockem Stil gehörte zu seinem Traum, den er verwirklichen wollte.

Bauplanung durch Johann Christoph Knöffel - Architekt des "alten Dresden"

Die Bauplanung des Schlosses übernahm wohl der Architekt Johann Christoph Knöffel, der zur damaligen Zeit hohes Ansehen genoss und das Bild des alten Dresden beispielsweise durch den Bau des zweiten Belvedere, des Kurländer Palais und des Brühlschen Palais, das später dem Bau des Ständehauses weichen musste, maßgeblich mit gestaltete.

Noch während des Schlossbaus floh Ernst Ferdinand von Knoch aus Rammenau, da er sich absolut überschuldet hatte und Konkurs anmelden musste. Sein Adelstitel wurde ihm aberkannt. Schon damals wurden Grundstücke überschuldeter Eigentümer versteigert. Auf diesem Weg kam die Familie von Hoffmannsegg zum Eigentum und beendete den Bau, insbesondere der beiden Kavaliershäuser und der Innenräume.

Johann Centurius von Hoffmannsegg - Botaniker und Ornithologe

1788 erbt der deutsche Botaniker und Ornithologe Johann Centurius von Hoffmannsegg das väterliche Gut. Er verkauft es 1794, um sich seiner Passion widmen und auf Forschungsreise u.a. nach Frankreich, Spanien und Portugal begeben zu können.

Doch das väterliche Gut lässt Johann Centurius von Hoffmannsegg nicht los. 1820 kaufte er Rammenau zurück. Die zwischenzeitlichen Besitzer hatten einige Räume des Schlosses im klassizistischen Stil umgebaut und auch der barocke Garten war in einen Landschaftspark in englischem Stil umgestaltet worden.

Lazarett und Sommeratelier der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Nach weiteren Besitzerwechseln dient das Schloss während des I. Weltkrieges als Lazarett. Zum Ende des II. Weltkrieges schließlich besetzt die Rote Armee das Gelände. Das Grundstück wird volkseigen und bis 1962 durch die Hochschule der Bildenden Künste Dresden als Sommeratelier und Landstudienheim genutzt. Danach begann man mit dem Einrichten eines Museums.

Museum zur Schlossgeschichte und zum Leben von Johann Gottlieb Fichte

Rammenau richtete seinem berühmten Sohn Johann Gottlieb Fichte, Pilosoph und einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Idealismus eine Ausstellung ein.

Fichte orientierte sich an den Gedanken Immanuel Kants. Seine Schriften galten zu Lebzeiten als äußerst streitbar, was seinen Lebensweg nicht erleichtete. Trotzdem, oder gerade deshalb gelangte er mit seinen Schriften zu großer Bekanntheit. Er sah die Menschen grundsätzlich als freie Wesen in einer gebildeten Nation. Seine "Reden an die deutsche Nation", die zum Widerstand gegen Napoleon aufriefen, ist seine wohl bekannteste Publikation. In Dresden Plauen wurde ein Landschaftspark und ein Aussichtsturm nach ihm benannt.

Später wurde das Museum um die Ausstellung der Schlossgeschichte erweitert, das Restaurant wurde eröffnet und das Grundstück für die Nutzung als Veranstaltungsort freigegeben.

Nach dieser wechselvollen Geschichte wird das Grundstück mit einer der schönsten erhaltenen Landbarockanlagen Sachsens und inmitten des Westlausitzer Landschaftsschutzgebietes heute von den Kammerzofen und Kammerdienern der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen bewirtschaftet.

Hier entführt man Sie in eine Zeit zwischen Traum und Wirklichkeit.

Quelle Text & Fotos: Barockschloss Rammenau

Barockschloss Rammenau

Am Schloss 4, 01877 Rammenau
Telefon: 03594 - 703559

Internet: www.barockschloss-rammenau.com

Öffnungszeiten:
Sommerhalbjahr (MESZ): täglich 10 - 18 Uhr
Winterhalbjahr (MEZ):  Sonntag - Freitag: 10 - 16 Uhr, Sonnabend: 12 - 16 Uhr