Hohnstein in der Sächsischen Schweiz
Die Burgstadt Hohnstein am Fels
Umgeben von der einzigartigen Schönheit der Wald-, Fels- und Tallandschaft der Ortsteile liegt die Stadt Hohnstein im Norden des...
Nationalparks „Sächsische Schweiz“.
Hoch über dem bizarren Polenztal auf einem Felsmassiv, welches sich bis ins Stadtinnere zieht, thront majestätisch die Burg Hohnstein. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel sowie Zeitzeuge der Geschichte, Aussichtspunkt, Herberge und zugleich Wahrzeichen der Stadt.
Vom Marktplatz unterhalb der Burg verbreiten historische Fachwerkhäuser, gemütliche Gassen und einladende Gasthäuser sowie kleine Geschäfte den Charme der Stadt am Fels. Anmutig wacht der Glockenturm der Hohnsteiner Kirche über das Leben der Stadt. Wie die Dresdner Frauenkirche wurde sie nach Plänen des bekannten Ratszimmermeisters George Bähr errichtet und gilt als eine der schönsten Barockkirchen von Sachsen.
Der Hohnsteiner Kasper
... ist die „Berühmtheit“ der Stadt. In den zwanziger und dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde er mit dem Hohnsteiner Handpuppenspiel von Max Jacob zur Blüte gebracht und schließlich weltweit bekannt.
Wanderungen, Radtouren, Klettertouren
Das Hohnsteiner Land bietet ein sehr gut ausgebautes sowie ausgeschildertes Netz unzähliger Wanderwege direkt vor der Haustür. Auf Wanderungen, Rad- oder Klettertouren erlebt man den harmonischen Wechsel aus Sandstein und Granit.
Die 6 Täler - das malerische Polenztal mit den berühmten Märzenbecherwiesen, das eindrucksvolle Sebnitztal, das sagenumwobene Schwarzbachtal, der unvergleichliche Tiefe Grund sowie der romantische Amselgrund in Rathewalde und der geheimnisvolle Kohlichtgraben geben allen Grund zur Faszination. Ein besonderes Erlebnis bietet die Brandaussicht vom „Balkon der Sächsischen Schweiz“.
Nördlich der Sandsteingrenze erhebt sich eine Bergkette mit atemberaubenden Fernsichten ins Elbsandsteingebirge und Lausitzer Bergland.
Gastfreundschaft wird großgeschrieben. Dafür stehen seit über 30 Jahren Hohnstein und Rathewalde mit dem Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“.
Im Hohnsteiner Geschichtsbuch geblättert
Hohnstein verdankt seinen Namen und seine Entstehung der Burg, die bereits um 1236 bestanden haben soll und die einem böhmischen Adelsgeschlecht gehörte. 1353 erhielt Hinko I. Berka von der Duba die Burg von Kaiser Karl IV., König von Böhmen, als Lehen. Die Herrschaft Hohnstein war somit Grenzgebiet im Nordwesten Böhmens und die Burg war Grenzfeste. Sie liegt auf einem nach drei Seiten frei stehenden Felsen, der von tiefen, schluchtartigen Tälern umgeben ist.
Erste Hinweise zur Erwähnung Hohnsteins als Siedlung stammen aus dem Jahre 1331 aus kirchlichen Unterlagen. Urkundlich erwähnt wurde Hohnstein 1333. Die Ersten, die sich unter der Burg ansiedelten, waren wohl Bedienstete der Burg, wie Jagdhundeführer und Hundezüchter, die auf dem befestigten „Hohen Stein“ keine Unterkunft fanden. Aber auch Jäger, Knechte für die Pferde und Hunde, Holzfäller, Bauern und Tagelöhner gehörten dazu.
1443 erwarb Kurfürst Friedrich der Sanftmütige die Herrschaft Hohnstein, die nun zur sächsischen Grenzfeste gegenüber Böhmen wurde. In einem Schriftstück von 1445 wird das „stetichen zcum Hohnsteyne“ mit „frye Stadtrecht“ aufgeführt, das für die Bewohner mit beachtlichen Vorteilen verbunden war, denn es erlaubte ihnen „frey Brauhen, Schencken, Backen, Schlachten, Kauffen und Verkauffen“. Wahrscheinlich verlieh der Kurfürst das Stadtrecht bereits 1444.
Vom Ackerbau zu Handwerk und Bergbau
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das Ackerbauernstädtchen zu einem Handwerkerstädtchen, in dem die Innung der Leineweber, 18 im Jahre 1707, am stärksten vertreten war. Dies liegt wahrscheinlich darin begründet, das Hohnstein bereits ab 1615 jährlich zwei Jahrmärkte und wöchentlich einen Garnmarkt abhalten durfte.
Der Bergbau hielt im Jahre 1522 Einzug. Am westlichen Unterhang der heutigen „Napoleonschanze“ wurde der unterirdische Abbau von Kalk und dessen Weiterverarbeitung in einem Brennofen aufgenommen.
1724 wurde Hohnstein von einem verheerenden Stadtbrand heimgesucht, dem ungefähr die Hälfte aller Häuser, einschließlich der Kirche, zum Opfer fielen.
Tourismus und Staatlich anerkannter Erholungsort
Als sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts der Fremdenverkehr zu entwickeln begann, hatten sich die Gaststätten „Sächsische Schweiz“ (heute Hotel „Am hohen Stein“) und der „Weiße Hirsch“ bereits um 1807 darauf eingestellt.
Um die wirtschaftliche und touristische Erschließung Hohnsteins zu verbessern wurde 1897 eine Kleinbahn von Kohlmühle (Anschluss nach Bad Schandau) nach Hohnstein gebaut. Der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung blieb jedoch weitgehend aus und der Betrieb wurde 1951 wieder eingestellt.
Die schlechte straßenseitige Anbindung in das Polenztal wurde jedoch erst nach Beendigung des Ersten Weltkrieges in Angriff genommen. Von 1919 bis 1922 wurde zuerst die Wartenbergstraße grundlegend rekonstruiert. Die Mühlbergstraße, die nach Hohnstein führt, wurde in den Jahren 1924/25 neu gebaut. Sie überwindet mit 6 Kehren auf einer Länge von 940 m einen Höhenunterschied zwischen dem Polenztal und dem Hohnsteiner Markt von 110 m.
Seit über 30 Jahren trägt Hohnstein den Titel "Staatlich anerkannter Erholungsort".
Hier tanzen die Puppen - Hohnsteiner Kasper
Max Jacob, Schöpfer der weltbekannten Handpuppenspiele, siedelte sich auf Drängen des damaligen Jugendherbergsleiters, Konrad Hahnewald mit seiner Spielertruppe 1928 auf der Burg an. Als die Nazis die Burg 1933 besetzten, verloren die Puppenspieler ihre Spielstätte.
Deshalb ließ der damalige Bürgermeister für die Spieler um Max Jacob ein Wohnhaus, das „Kasperhaus“, errichten, um sie weiterhin in der Stadt zu halten. Ab 1938 spielten die „Hohnsteiner“ somit im eigenen "Puppenspielhaus“.
Max Jacob hat das Handpuppenspiel weltberühmt gemacht. Von 1957 an bis zu seinem Tod 1967 war er der Präsident der Weltorganisation der Puppenspieler.
Fotos / Texte mit freundlicher Genehmigung der Stadt Hohnstein
zur Erlebniskarte der Stadt Hohnstein ->
