Kurort Rathen im Elbsandsteingebirge

„... als hätten da die Engel im Sande gespielt...“

schrieb Heinrich von Kleist 1801 schwärmerisch über die faszinierende Natur der Sächsischen Schweiz.

Inmitten dieser wildromantischen, zerklüfteten Felsenlandschaft, der weitbekannten Bastei direkt zu Füßen, liegt der Luftkurort Rathen.

Nur knapp 500 Einwohner zählt der beschauliche Ort. Verkehrsberuhigte Straßen mit Land- und Fachwerkhäusern vermitteln das Flair eines würdevollen Kurortes, in den sich Gäste nach ausgedehnten Wanderungen im Gebirge entspannt zurück ziehen können. Fernab von Autolärm und Hektik finden gestresste Städter hier Natur, Ruhe und Erholung. Eine historische und denkmalgeschützte Gierseilfähre verbindet die beiden Ortsteile Oberrathen und Niederrathen.

Aufgrund seiner zentralen Lage im Nationalpark Sächsische Schweiz ist er als Ausgangspunkt für Wander- oder Klettertouren sehr beliebt.

Die Klangterrasse von Rathen

... ist ein Fest für die Sinne. Rings um diese, direkt an der Elbe gelegene Terrasse, stehen Lautsprechersäulen. Im 8-Kanalton arrangieren sich so Kompositionen einheimischer Künstler zu einem einzigartigen Klangerlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst. Verändert man seine Position auf der Terrasse, ändern sich automatisch Lautstärke und Klang. Probieren Sie es selbst aus. Sie werden begeistert sein. Mit Blick auf die zerklüfteten Sandsteinfelsen und die beschaulich dahinfließende Elbe heißt es: Einfach genießen!

Der Lichterbrunnen im Kurort

Ein weiteres Highlight ist der 2003 - 2004 erbaute Lichterbrunnen am Kurplatz. Im Rhythmus sanfter Musik bewegt sich das Wasserspiel und farbiges Licht zaubert immer neue Reflexe. Dieses Zusammenspiel ist pure Wellness für die Seele.

Amselsee und Amselfall

Ca. 500 m lang ist er, der 1934 durch Stauung des Grünbaches entstandene Amselsee. Früher züchtete man hier Fische und nutzte den See für die Eisgewinnung. In den 60iger Jahren des 20. Jahrhundert entschied man sich, den See aufgrund seiner fantastischen Lage für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Heute kann man den Amselsee mit dem Ruderoot erkunden und die Umgebung so einmal aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Rings umher sind Sandsteinfelsen wie beispielsweise die Lokomotive, der Mönch, der Bienenkorb und das Lamm zu sehen. Auch zu Fuß kann der See umrundet werden.

Etwa 10 Minuten bergan gewandert, erreicht man den Amselfall. Gegen Zahlung einiger Cent ergießt sich angestautes Wasser des Grünbaches in einem großen Schwall über die moosbewachsenen Felsen. Die Nationalparkverwaltung unterhält hier eine Informationsstelle, in der Kindern auf spielerische und fantasievolle Weise die Natur der Sächsischen Schweiz näher gebracht wird. Besucher erhalten umfassende Informationen zur geschützten Landschaft.

Die Felsenbühne Rathen

Auf dem Weg von Rathen zum Amselsee kreuzt man den Eingang der 1936 eröffneten Felsenbühne. Als „schönstes Naturtheater von Europa“ wird sie betitelt. In einmaliger Kulisse genießen die Besucher neben „Freischütz“, „Winnetou“ und „Hänsel und Gretel“ viele andere Aufführungen der Landesbühnen Sachsen.

Kleiner Geschichtsabriss

1261 wurde Rathen erstmals urkundlich erwähnt. Die Bewohner verdienten als Schiffer, Steinbrecher und Fischer ihren Lebensunterhalt. Zwei Burgen besaß der Ort - Altrathen und Neurathen.

In den Mauern der auf einem Felssockel hoch über der Elbe thronenden Burg Altrathen befindet sich heute ein Hotel/eine Pension mit Erlebnisgastronomie. Die Reste der Felsenburg Neurathen sind höher gelegen und dienten der Wehlener und Rathener Bevölkerung in mancher Krisenzeit als Schutz. So beispielsweise während des Nordischen Krieges, wie eine Inschrift von Christopf Hase - 1706 - belegt: „WAR TER SWETE IN LANTE ES KUSTETE VIL GELT.“

Als Besitzer der Burgen sind verschiedene, meist böhmische, Rittergeschlechter gekannt. Der letzte Ritter von Rathen - Hans von der Oelsnitz - fiel bei den Landesfürsten - 69 belagert wurde. 1469 wurden die Burgen schließlich zerstört.

Nach umfangreichen Rekonstruktionen gab man die Burganlage Neurathen im Jahr 1984 für Besichtigungen frei. Das gesamte Areal ist als Kulturdenkmal geschützt. Bis in das 20. Jahrhundert hinein waren Schifffahrt und Steinbrucharbeit als Wirtschaftszweige von wesentlicher Bedeutung. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam auch der Tourismus hinzu. Seit 1936 ist Rathen ein Kurort.

Die Bastei - Ausflugsziel und Aussichtspunkt

Wegen des herrlichen Ausblicks auf alle wichtigen Punkte der vorderen Sächsischen Schweiz ist die Bastei das wohl beliebteste Touristenziel der Umgebung. Etwa 200 m ragt der Aussichtsfelsen - der eigentliche Inbegriff der Bastei - steil über der Elbe empor. Bereits 1938 wurde das sogenannte „Basteigebiet“ mit ca. 785 ha unter Naturschutz gestellt.

Königstein, Lilienstein, Pfaffenstein, die sanften Bögen der Elbe... die gesamten Reize der Landschaft erschließen sich auf einem Blick und regten zahlreiche Dichter und Maler zu Schwärmereien an.

Bericht aus Magazin die-infoseiten.de - Ausgabe Juli-August 2008

Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz - Wander- und Radwanderkarte mit Reitwegen

mit Wanderwegen, Radwegen und Reitwegen

  • mit Malerweg, DichterMusikerMaler-Weg & Caspar-David-Friedrich-Weg
  • außerdem Elberadweg, Rübezahl-Radweg, Steinbruchpfad u.v.m.
  • mit Kontaktdaten Touristinformationen, Notrufnummern bei Bergunfällen, Hinweisen zum Verhalten im Nationalpark

Maßstab 1 : 30.000

Stand: 07/2011, 10.Auflage

Karte Nr. 17 aus der Reihe Sächsische Schweiz

ISBN-Nr. 978-3-86843-017-2

aus dem Verlag Sachsen Kartographie

Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz - Wander- und Radwanderkarte mit Reitwegen
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